Vorwort

Bildgebende Verfahren spielen eine zentrale Rolle in der modernen Medizin. Seit der Entdeckung der Röntgenstrahlen vor einhundert Jahren hat eine rasante Entwicklung stattgefunden: Erste nuklearmedizinische Bildgebung und Ultraschall in den 50er Jahren, Echtzeitultraschall in den 60er Jahren, Computertomographie in den 70er Jahren, Digitale Radiographie, Doppler-Ultraschall, Magnetresonanztomographie, Positronenemissionstomographie und Videoendoskopie in den 80er Jahren und schlie▀lich funktionelle 3D-Bildgebung in den 90er Jahren. Diese Entwicklung wurde begleitet von einem stetig wachsenden Anteil digitaler Bilddaten und einer ebenfalls steigenden Zahl digitaler Verarbeitungsmethoden. Solche Methoden helfen bereits heute bei der klinischen Auswertung der Bilder für diagnostische und therapeutische Ma▀nahmen. In neuerer Zeit gewinnen hier insbesondere Verfahren für die 3D-Operationsplanung und computergestützte Chirurgie zunehmend an Bedeutung. Die Entwicklung neuer Verfahren und die Verbesserung existierender Ansätze sind eine gro▀e interdisziplinäre Herausforderung, bei der Wissenschaftler, Hersteller und Anwender aus Medizin, Informatik, Technik, Natur- und Ingenieurwissenschaften eng zusammenarbeiten müssen, um entscheidende Fortschritte zu erzielen.

In den letzten Jahren konnte sich der Workshop Bildverarbeitung für die Medizin durch erfolgreiche Veranstaltungen in Freiburg, Aachen, Heidelberg und München als ein interdisziplinäres Forum für die Präsentation und Diskussion von Methoden, Systemen und Anwendungen im Bereich der Medizinischen Bildverarbeitung etablieren. In diesem Jahr wird der Workshop vom Institut für Medizinische Informatik an der Medizinischen Universität zu Lübeck ausgerichtet. Im Vorfeld der Vorbereitungen des Workshops wurde ein verteiltes Organisationsteam gegründet, in das die Organisatoren vergangener BVM-Workshops ihre Erfahrungen einbringen. Grundidee des verteilten Organisationskonzeptes ist es, dass einzelne Teilaufgaben in den nächsten Jahren stets von derselben Gruppe durchgeführt werden. Diese Aufgabenteilung bildet nicht nur eine starke Entlastung des lokalen Tagungsausrichters, sondern wird auch insgesamt zu einer Effizienzsteigerung führen. Eine weitere Neuerung bildet die Einführung des BVM-Komitees, das als Sprachrohr der Community dient und insbesondere die Bestimmung der weiteren Ausführungsorte für BVM-Workshops regelt. Erstmals wurde eine web-basierte Einreichung und Begutachtung der Tagungsbeiträge vorgenommen. Anhand anonymisierter Bewertungen wurden 78 Beiträge ausgewählt, die als Vorträge, Poster oder Systemdemonstrationen auf dem Workshop vorgestellt werden. Die Qualität der eingereichten Arbeiten war insgesamt sehr hoch. Die besten Arbeiten werden auch in diesem Jahr mit BVM-Preisen ausgezeichnet. Am Tag vor dem wissenschaftlichen Programm werden zwei Tutorials abgehalten. Das eine Tutorial richtet sich vor allem an Mediziner und bietet eine Einführung in grundlegende Techniken der Medizinischen Bildverarbeitung. Im zweiten Tutorial, das sich an Medizinische Bildverarbeiter wendet, werden Methoden der interaktiven Volumenvisualisierung und ihre Anwendung in der virtuellen Operationsplanung vermittelt.

Die Herausgeber dieses Tagungsbandes möchten allen herzlich danken, die zum Gelingen des Workshops beigetragen haben: Den Autoren für die rechtzeitige und formgerechte Einsendung ihrer qualitativ hochwertigen Arbeiten, dem Programmkomitee für die gründliche Begutachtung, den Referenten der Tutorials, den Mitgliedern des BVM-Organisationsteams sowie den Mitarbeitern des Instituts für Medizinische Informatik der Medizinischen Universität zu Lübeck für ihr Engagement bei der Organisation und Durchführung des Workshops.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Dr. S. J. Pöppl für die Möglichkeit der Ausrichtung des Workshops in Lübeck sowie die ▄bernahme des Tagungsvorsitzes. Wir danken der Tagungssekretärin Frau Kerstin Zynda (MU Lübeck) sowie den lokalen Organisatoren Herrn Dipl.-Inform. Timm Günther (MU Lübeck) und Herrn Dipl.-Inform. Jan Ehrhardt (MU Lübeck) für ihr Engagement während der gesamten Vorbereitung und Durchführung des Workshops. Herrn Timm Günther gilt insbesondere unser Dank für die Implementierung der webbasierten Software zur Einreichung und Begutachtung der Beiträge sowie für die Pflege der Web-Repräsentation des BVM-Workshops 2001. Herrn Dipl.-Inform. Med. Christoph GieB und Herrn Dipl.-Inform. Med. Matthias Thorn (DKFZ Heidelberg) danken wir für die Erstellung der web-basierten Anmeldungssoftware sowie für die Pflege der BVM- Adressenliste und des Email-Verteilers. Herrn Daniel Helmke (RWTH Aachen) danken wir für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Proceedingsbandes. Frau Dr. Andrea Bernklau. (TU München) sei für die Unterstützung bei der Durchführung von Werbema▀nahmen zur Ankündigung des Workshops gedankt. Herrn Dipl.-Inform. Ulrich Poth (TU München) danken wir für die Hilfe bei der Anwerbung von Industrieausstellern.

Für die finanzielle Unterstützung bedanken wir uns bei den Fachgesellschaften und der Industrie, insbesondere beim Hauptsponsor Sun Microsystems. Darüber hinaus danken wir der Firma Philips für die Stiftung der Preisgelder sowie dem Addison Wesley Verlag, dem Carl Hanser Verlag und dem Teubner Verlag für die Stiftung von Buchpreisen. Dem Springer-Verlag, der nun schon den vierten Proceedingsband zu den BVM-Workshops herausbringt, wollen wir für die gute Kooperation ebenfalls unseren Dank aussprechen. Schlie▀lich möchten wir noch auf die Homepage hinweisen, von der aus alle Informationen zu diesem und künftigen BVM-Workshops abrufbar sind.

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen interessanten Workshop mit lebhaften Diskussionen und einen angenehmen Aufenthalt in der Hansestadt Lübeck, die mit ihrer historischen Altstadt abends zum gemütlichen Beisammensein einlädt.

Lübeck, im Januar 2001 Alexander Horsch
Heinz Handels
Thomas M. Lehmann
Hans-Peter Meinzer

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